Präanalytik

Ein leider oftmals zu wenig beachtetes Thema ist die Präanalytik, also sämtliche Teilschritte von der Gewinnung der Probe bis zu ihrer Messung. Fehler während dieser Zeit sind die häufigste Ursache für klinisch unplausible Resultate. Da sich die meisten Teilschritte der Kontrolle des Labors entziehen, muss darauf hingewiesen werden, dass die Analyseergebnisse und Befundungen des IKC, der HAD und der AKI nur unter der Einschränkung gelten, dass die Vorgaben zur Präanalytik korrekt umgesetzt wurden. Es wird deshalb an dieser Stelle auf die wichtigsten Aspekte kurz eingegangen. Grundsätzlich kann man die in dieser Phase auftretenden Einflüsse in Einflussgrössen (in-vivo-Effekte) und Störfaktoren (in-vitro-Effekte) unterteilen.

Einflussgrössen

Definition: Faktoren, die in-vivo zu Veränderungen von Messgrössen führen

Beispiele

UnveränderlichVeränderlich
AlterErnährung
GeschlechtEntnahmezeitpunkt
EthnieKörperlage
 Aktivität


Viele dieser Einflüsse sind bekannt und teilweise bereits in unseren Referenzwerten berücksichtigt. Das bedingt aber das Ausfüllen der entsprechenden Felder auf dem Auftragsformular.

Störfaktoren

Definition: Faktoren, die ex-vivo zu Veränderungen von Messgrössen führen

Beispiele

  • Antikoagulantienzusätze
  • Hämolyse, Lipämie, Ikterie
  • Kontaminationen

Auch hier lassen sich durch korrekte Probenentnahme, richtige Wahl der Entnahmegefässe entsprechend der Farbkodierung auf unseren Auftragskarten, sowie korrekte Probenvorbereitung und -transport viele Störungen eliminieren.