Referenzintervalle

Referenzintervalle (Normwerte) sind oft abhängig von Alter, Geschlecht und Rasse sowie von der Bestimmungsmethode (Gerät, Methode, Reagenzien, etc.). Für viele Parameter ergibt sich das Referenzintervall aus der Häufigkeitsverteilung eines Messwertes in der Bevölkerung (± 2 Standardabweichungen oder 95% Konfidenzintervall). Diese Referenzintervalle werden in der Regel nach Überprüfung in einer Stichprobe aus publizierten Daten oder Informationen der Testhersteller übernommen.

Für eine zunehmende Zahl von Parametern haben sich diagnostische cut-offs den statistischen Normalbereichen überlegen erwiesen, da bereits statistisch normale Messergebnisse ein erhöhtes Krankheitsrisiko bergen. Häufig sind die cut-off-Werte durch Konsensus festgelegt (z.B. Glukose, Cholesterin). In anderen Fällen werden die cut-off Werte in Fall-Kontroll-Studien durch Receiver-operator-characteristic (ROC) Kurvenanalyse ermittelt (z.B. Tumormarker). Das IKC, die HAD und die AKI übernehmen diese cut-offs in der Regel vom Hersteller der Testreagenzien.

Wenn immer möglich, sind unsere Referenzintervalle an die oben erwähnten verschiedenen Faktoren angepasst und geschlechts- und altersspezifische Referenzintervalle ohne weitere Hinweise angegeben.

Im Falle von Medikamenten werden therapeutische Bereiche oder toxische Grenzwerte berichtet.

Es gibt auch Analyten, für die keine Angaben von Referenzintervallen oder cut-offs möglich sind. Als Beispiel gilt Ciclosporin A, Tacrolimus, Sirolimus oder Everolimus. Die therapeutischen Spiegel sind vom Transplantat, vom Zeitpunkt der Transplantation, vom Zeitpunkt der Probennahme, vom Therapieschema und der Methode abhängig. Es wird deshalb angeraten, in solchen Fällen die Bestimmung immer im gleichen Labor oder zumindest mit der gleichen Methode durchzuführen.

Ist das Resultat «negativ», so bedeutet dies nicht, dass der entsprechende Analyt im Untersuchungsgut nicht vorhanden ist, sondern lediglich, dass er unterhalb der Nachweisgrenze liegt.

Es sei daran erinnert, dass bei den meisten Analyten auch Gesunde einen Wert im pathologischen Bereich und andererseits Kranke einen Wert innerhalb des Referenzbereiches aufweisen können (z. B. Tumormarker, Autoantikörper). Die Beurteilung solcher Marker kann schwierig sein, besonders wenn keine klinischen Angaben vorhanden sind.

Im Allgemeinen geben wir unsere Resultate in internationalen Einheiten (SI-Einheiten) an. Als Ausnahme sind Enzymaktivitäten die in konventionellen Einheiten berichtet werden. Falls Sie einen Messwert in konventionellen Einheiten benötigen, können Sie diesen im UZL-Analysenauskunftssystem unter dem Reiter «Übersicht» umrechnen.